Ihr Mitbewerber macht es bereits: Wie Kanzleien gerade Marktanteile verlieren – ohne es zu merken
Warum der Wettbewerb um Mandate längst nicht mehr im Gerichtssaal oder im Netzwerk entschieden wird – sondern täglich still im Internet (Lesezeit: 6 Min.)
Marktanteilsverluste in der Anwaltschaft kündigen sich selten laut an. Es gibt keine offizielle Meldung, keinen spürbaren Einbruch von heute auf morgen, keine Kündigung eines Großmandats. Was stattdessen passiert, ist unsichtbarer und deshalb gefährlicher: Die Anfragen, die früher selbstverständlich kamen, kommen etwas seltener. Die Neufälle, die früher ohne großes Zutun entstanden, entstehen etwas weniger. Und irgendwo in der Stadt baut gerade eine andere Kanzlei systematisch das auf, was Ihre bisher noch besitzt – ohne dass Sie davon wissen.
Dieser Artikel ist kein Aufruf zur Panik. Er ist eine nüchterne Bestandsaufnahme dessen, was im deutschen Rechtsmarkt gerade passiert – und warum Kanzleien, die heute nicht aktiv gegensteuern, morgen deutlich weniger Spielraum haben werden als heute.

[fs-toc-h2]Was im deutschen Rechtsmarkt gerade strukturell passiert (Lesezeit: 2 Min.)
Der deutsche Rechtsmarkt ist nicht geshrumpft – er hat sich verlagert. Die Gesamtnachfrage nach rechtlicher Beratung ist stabil oder wächst in vielen Segmenten sogar. Was sich verändert hat, ist die Art und Weise, wie Mandanten entscheiden, wen sie beauftragen.
Drei Verschiebungen sind dabei besonders relevant:
Verschiebung 1: Die erste Entscheidung fällt online.Mandanten treffen ihre Vorauswahl zunehmend im Netz – bevor sie überhaupt Kontakt zu einer Kanzlei aufnehmen. Sie lesen Bewertungen, vergleichen Websites, lesen Artikel. Wer in dieser Phase nicht präsent ist, wird nicht in die engere Wahl gezogen – egal wie gut der Ruf offline ist.
Verschiebung 2: Spezialisierung schlägt Generalismus.Mandanten mit komplexen oder hochwertigen Fällen suchen heute gezielt nach spezialisierten Kanzleien – nicht nach dem Allgemeinanwalt, der auch dieses Thema bearbeiten kann. Kanzleien, die ihre Spezialisierung klar kommunizieren, gewinnen systematisch gegenüber solchen, die breite Kompetenz ohne Fokus signalisieren.
Verschiebung 3: Digitale Sichtbarkeit wird zum dauerhaften Wettbewerbsvorteil.Eine Kanzlei, die heute bei Google für relevante Keywords auf Seite 1 steht, 40 positive Bewertungen hat und regelmäßig fachlich relevante Inhalte publiziert, besitzt einen Vorsprung, der sich mit jedem Monat weiter verfestigt. Der Aufwand für den Aufbau dieser Sichtbarkeit war einmal – der Ertrag läuft dauerhaft. Wer jetzt nicht aufholt, holt später mit doppeltem Aufwand auf.
[fs-toc-h2]Was Ihr Mitbewerber konkret gerade tut – und was das für Ihre Kanzlei bedeutet (Lesezeit: 2 Min.)
Das ist keine Hypothese. Es ist ein Muster, das sich in nahezu jedem lokalen Rechtsmarkt beobachten lässt: Während ein Teil der Kanzleien auf das bestehende Modell vertraut, baut ein anderer Teil aktiv digitale Strukturen auf – mit messbaren Konsequenzen für die Mandantenverteilung.
Was aktiv aufgestellte Kanzleien konkret tun:
- Sie dominieren das Local Pack bei Google für die relevanten Rechtsgebiete ihrer Stadt – mit vollständigem Profil, vielen Bewertungen und aktualisierten Beiträgen. Wer dort nicht erscheint, wird bei einem Großteil der lokalen Suchanfragen schlicht nicht gesehen.
- Sie publizieren regelmäßig Inhalte, die auf die Suchanfragen ihrer Zielgruppe ausgerichtet sind. Jeder Artikel ist eine weitere Seite, die rankt, Vertrauen aufbaut und Anfragen generiert – während konkurrierende Kanzleien keine neuen Inhalte veröffentlichen.
- Sie sammeln systematisch Google-Bewertungen – nicht zufällig, sondern als festen Prozess nach jedem Mandat. Das Ergebnis ist eine digitale Reputation, die Neukontakte sofort überzeugt, noch bevor sie die Website gelesen haben.
- Sie optimieren ihre Websites nicht nur für Sichtbarkeit, sondern für Konversion – mit klaren Handlungsaufforderungen, messbaren Kontaktwegen und Vertrauenselementen, die spezifisch auf ihre Zielgruppe ausgerichtet sind.
Was das für eine Kanzlei bedeutet, die das nicht tut:Jede Anfrage, die eine dieser aktiven Kanzleien erhält, ist im Zweifel eine Anfrage, die nicht bei Ihnen eingegangen ist. Das klingt abstrakt – wird aber konkret, sobald man hochrechnet, wie viele Menschen in einer Mittelstadt pro Monat nach einem Anwalt für ein bestimmtes Rechtsgebiet suchen und bei wem sie landen.
[fs-toc-h2]Die Psychologie des schleichenden Verlusts: Warum Kanzleien es nicht bemerken (Lesezeit: 1 Min.)
Marktanteilsverluste in einer stabilen Kanzlei bleiben aus einem einfachen Grund lange unsichtbar: Die Absolut-Zahlen verändern sich zunächst kaum. Wer heute 15 Neumandanten pro Monat hat, hat vielleicht in einem Jahr noch 13. Das fühlt sich nach normalem Schwankungsbereich an – nicht nach Verlust.
Was dabei nicht sichtbar ist: In einem wachsenden Markt oder in einer Region mit wachsender Bevölkerung bedeutet dieselbe absolute Zahl einen sinkenden Marktanteil. Andere Kanzleien gewinnen überproportional, während die eigene Kanzlei stagniert.
Die gefährlichste Aussage in diesem Kontext: „Uns geht es gut, wir brauchen kein Marketing."
Diese Aussage ist fast nie falsch. Fast immer ist sie zu spät, wenn sie durch etwas anderes ersetzt wird.
[fs-toc-h2]Wie Sie einschätzen, wo Sie im Vergleich zu Ihren Mitbewerbern stehen (Lesezeit: 2 Min.)
Eine systematische Wettbewerbsanalyse muss kein großes Projekt sein. Die folgenden Schritte liefern in weniger als einer Stunde einen klaren Überblick über den eigenen Stand:
Schritt 1: Google-Suche für die eigenen Kernbegriffe.Suchen Sie nach „[Ihr Rechtsgebiet] [Ihre Stadt]" – so, wie ein potenzieller Mandant suchen würde. Welche Kanzleien erscheinen im Local Pack? Welche dominieren die ersten organischen Ergebnisse? Wie viele Bewertungen haben diese Kanzleien im Vergleich zu Ihrer?
Schritt 2: Website-Vergleich.Besuchen Sie die Websites der drei Kanzleien, die bei Ihren Kernbegriffen am sichtbarsten sind. Wie klar und spezifisch kommunizieren sie? Wie einfach ist der Kontaktweg? Welche Vertrauenselemente nutzen sie? Dieser direkte Vergleich zeigt, wo die eigene Kanzlei im Wettbewerbsumfeld steht – nicht abstrakt, sondern konkret.
Schritt 3: Content-Analyse.Publizieren Ihre sichtbarsten Mitbewerber regelmäßig Blogartikel oder andere Inhalte? Wenn ja, wie häufig – und zu welchen Themen? Wer regelmäßig Content produziert, der für Mandantenanfragen relevant ist, baut einen Sichtbarkeitsvorteil auf, der sich monatlich vergrößert.
Schritt 4: Bewertungsstand vergleichen.Wie viele Google-Bewertungen hat Ihre Kanzlei – und wie viele haben die aktivsten Mitbewerber? Dieser Vergleich ist nicht angenehm, aber er ist der ehrlichste Indikator dafür, wie Ihre Kanzlei im ersten digitalen Eindruck wirkt.
[fs-toc-h2]Was jetzt zu tun ist – bevor der Vorsprung zu groß wird (Lesezeit: 1 Min.)
Der Wettbewerbsvorsprung, den aktive Kanzleien gerade aufbauen, ist nicht unaufholbar – aber er wächst mit jedem Monat. SEO-Rankings, die heute aufgebaut werden, sind in einem Jahr schwerer zu überholen. Bewertungsprofile, die heute 50 Rezensionen haben, sind in einem Jahr bei 80. Inhalte, die heute ranken, ziehen in einem Jahr noch mehr interne Links und Autorität auf sich.
Die gute Nachricht: Der lokale Rechtsmarkt ist groß genug für mehrere gut positionierte Kanzleien. Es geht nicht darum, alle Mitbewerber zu schlagen – es geht darum, selbst eine der Kanzleien zu sein, die in der digitalen Vorauswahl auftauchen und überzeugen.
Wer damit heute anfängt, handelt aus einer Position der Stärke. Wer wartet, bis die Lücke spürbar wird, handelt unter Druck.
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